Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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XIV. In Amſterdam.

Erſchöpft und todesmatt kehrte der König mit Balby in den Gaſthof zum ſchwarzen Naben, welcher damals der berühmteſte in Amſterdam war, zurück. Sie waren den ganzen Tag nmhergewandert, und mit nie ermat⸗ tender Aufmerkſamkeit, mit höchſter Freude und Theil⸗ nahme hatte der König alle dieſe zahlreichen Samm⸗ lungen, Kunſtſchätze der reichen und ſtolzen Patricier von Amſterdam, ſo wie die öffentlichen Muſeen in Augenſchein genommen. Niemand hatte geahnt, daß dieſer kleine Mann in dem unſcheinbaren Gewande, mit den beſtaubten Schuhen und dem groben ungeſchmück⸗ ten Hut, daß dies ein König ſei, und zwar ein König, deſſen Ruhm ſchon ganz Europa durchhallte. Ueberall

hatte der König daher die Freude gehabt, unbeobachtet

und ungeſtört ſeine Studien machen zu können, ohne in ſeinem ſchönen romantiſchen Abenteuer und in ſei⸗ nen Träumen vom Glück des unabhängigen Menſchen⸗ thums geſtört worden zu ſein. Aber jetzt hatte das freie Menſchenthum in ihm ſich doch überwunden und beſiegt gefühlt, beſiegt von dem Hunger, dieſem Erb⸗

feind aller großen Ideen und aller erhabenen Gefühle

und Gedanken.

Der König war hungrig geworden! Deshalb hatte er ſich unterbrechen müſſen in ſeiner Kunſtwanderung, deshalb hatte er dem gebieteriſchen Spruch dieſer phy⸗ ſiſchen Macht, welcher auch ein König gehorchen muß,

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