Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Ja, mein Herr, für den Augenblick wenigſtens bin ich es noch.

Was für ein Landsmann ſind Sie?

Mein Herr, ich bin ein Schweizer!

Ein ſehr reſpectables Volk!— Aus welcher Ge⸗ gend?

Aus dem kleinen Städtchen Morges!

Alſo nicht weit von Lauſanne, von den Ufern des Genferſee's! Nicht weit von Ferney, wo der große Voltaire ſeine Reſidenz aufgeſchlagen, und heute auf diejenigen ſeinen Blitzſtrahl ſchleudert, welche er geſtern geſegnet hat.— Sind Sie mit Ihrer Regierung zu⸗ frieden? Sind Ihre Patrizierfamilien nicht ein wenig ſtolz, ſogar die Bürger von Bern, wenn ſie zu Ihnen kommen? Sind ſie nicht preciös, anmaßend, hart?

Darüber haben wir uns ſelten zu beſchweren, und wir werden durch ſo manche Vortheile ſchadlos ge⸗ halten.

Haben Sie ſich hier in Holland niedergelaſſen?

Nein, ich bin nur ein Reiſender, erwiederte der Fremde verdrießlich, indem er verſuchte, den Biſſen Paſtete, welchen er ſchon ſo lange anf der Gabel ge⸗ halten, endlich in den Mund zu ſchieben.

Der König achtete nicht darauf; er hatte ganz ver⸗ geſſen, daß nur die Fürſten das Recht haben, die Con⸗ verſation nur mit Fragen zu führen, und daß dies dem Herrn Zollern wenig ziemen mochte.

Weshalb ſind Sie hergekommen? fragte er haſtig.

Meine Studien zu vollenden, erwiederte der Fremde, indem er mit gerunzelter Stirn die Gabel mit der auf⸗ geſpickten Trüffel wieder auf den Teller legte.

Aber der König fuhr unaufhaltſam fort mit ſeinen Fragen. Werden Sie ſich hier niederlaſſen?

Ich glaube nicht, oder vielmehr, ich weiß es noch