Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Ich hoffe, Sie werden auch die Bekanntſchaft dieſer Paſtete zu den Annehmlichkeiten rechnen, ſagte der Kö⸗ nig. Eſſen Sie, mein Herr, und laſſen Sie uns dabei plaudern! Aber Bruder Heinrich, was ſtehſt Du denn da mit ſo ernſthaften, ehrfurchtsvollen Mienen, und wagſt nicht einmal Dich zu ſetzen? Ich fürchte nicht, daß dieſer Herr ein verkleideter Fürſt iſt, welcher In⸗ cognito reiſt, und deſſen Größe Du indeß erkannt haſt?

Nein, mein Herr, nehmen Sie immerhin Platz, rief der Fremde lachend, fürchten Sie nicht die Eti⸗ quette dadurch zu verletzen, denn ich gebe Ihnen mein Wort darauf, ich bin kein verkappter Fürſt, aber auch kein Fürſtendiener, und geſtehe Ihnen, daß ich auf Beides gleich ſtolz bin.

Ah, Sie ſind alſo ſtolz darauf, kein Fürſt zu ſein?

Gewiß, mein Herr!

Mir ſcheint indeß, ſagte Balby mit einem beſorgten Blick auf den König, mir ſcheint, daß es eine ſehr er⸗ habene und große Beſtimmung iſt, ein Fürſt zu ſein.

Aber eine Beſtimmung, welcher leider wenige Fürſten würdig nachzukommen wiſſen, ſagte der König lächelnd. Es ſind kleinliche, furchtſame, in Vorurtheilen befangene Leute, unſere Könige und Fürſten von heute, und ſel⸗ ten iſt es, daß man unter ihnen einem Menſchen be⸗ gegnet. Wer möchte alſo wohl wünſchen können, der Diener dieſer kurzſichtigen, kleinlichen Leute, oder gar einer von ihnen ſelber zu ſein. Beneidenswerth iſt je⸗ der freie Mann, der ſich ſelbſt genügt, und frei iſt in ſich ſelber!

Sie ſprechen da ganz meine Gedanken aus, mein Herr, ſagte der Fremde, welcher eben mit lebhaftem Eifer angefangen hatte ſein Stück Paſtete zu verzeh⸗ ren. Glücklich iſt nur, wer frei iſt!

Sind Sie es? fragte der König.

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