Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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ſo Chevaleresques, Nobles und Herzgewinnendes, daß die Leute, welche kurz zuvor noch ſo empört und zor⸗ nig geweſen, ſich unwillkürlich davon ergriffen und ge⸗ rührt fühlten. Ein Gemurmel des Beifalls erhob ſich und die rauhen Geſichter erhellten ſich zu einem freund⸗ lichen Lächeln.

Der König achtete nicht darauf. Er war noch im⸗ mer mit der Frau beſchäftigt, und indem er mit den Kindern zu tändeln ſchien, drückte er jedem derſelben ein Goldſtück in die Hand. Aber dieſe kleinen Hände waren nicht gewohnt ſo glänzende Laſt zu tragen, oder zu ſchwach, um ſie zu halten. Die beiden Goldſtücke rollten zur Erde nieder und ihr heller Klang verkün⸗ dete den Umſtehenden die glänzende Gabe. Sie brachen in ein lautes und ſtürmiſches Jubelgeſchrei aus und ſchwenkten ihre Hüte hoch empor. Der König erröthete und blickte erſchrocken und verlegen zur Seite.

Der Bauer, welcher dem König zuvor ſo heftig entgegengetreten und zu deſſen Füßen die Goldſtücke hingefallen waren, hob ſie auf und gab ſie den Kin⸗ dern zurück, dann reichte er dem König mit einem lau⸗ ten Lachen ſeine breite rauhe Hand hin und ſprach leb⸗ haft und in herzlichem Ton. 3

Der gute Mann ſagt Ihnen ſeinen Dank, mein Herr, erläuterte der Fremde. Er findet, ſagt er, daß Sie doch ein recht anſtändiger und gutmüthiger Mann ſind, und bittet um Entſchuldigung, wenn er vorher heftig geweſen.

Der König antwortete nur mit einem ſtummen Neigen des Kopfes; er, welcher gewohnt war, das Anſchanen der ganzen Welt als einen ſchuldigen Tribut hinzunehmen, er fühlte ſich jetzt faſt verwirrt und be⸗ ſchämt von dem Beifall dieſer armen, niederen Leute, die ihm freilich nicht in der Würde ſeines Königthums,