Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Und Sie Pöllnitz, ſagten Sie nicht, daß in Ber⸗ lin in Ihrer Wohnung drei Maskenanzüge unſerer warten?

Ich ſagte es, Königliche Hoheit.

V Und Sie, Baron Kaphengſt, werden Sie nicht

* ohne alle Frage auf dem Maskenball meines Bruders eine ſchöne Frau finden, welche Sie lieben und von der Sie mit Sehnſucht erwartet werden?

Ich werde deren Viele finden, mein Prinz, denn ich liebe alle ſchöne Frauen, und bin hochmüthig ge⸗ nug zu glauben, daß mehr als Eine mich mit Sehn⸗ ſucht erwartet.

Nun denn, ſagte der Prinz mit einem glücklichen Lächeln, wir dürfen die Pferde vor dem Thore, die

Maaskenkleider in Berlin und die zärtlichen Schönen des Herrn von Kaphengſt nicht länger warten laſſen! Kommen Sie, meine Herren, wir reiten nach Berlin! Wahrhaftig, es hat Mühe gekoſtet ihn abreiſen zu laſſen, flüſterte Herr von Pöllnitz, als er wieder auf der Straße war und den drei jungen Männern nach⸗ ſchaute, deren Geſtalten ſich in der Ferne und der Dunkelheit zu verlieren begannen. Der gute Prinz hatte eine ganz tugendliche Aufwallung und mein Plan war nahe daran zu ſcheitern. Wenn der König

8 das wüßte, wäre er im Stande in der Aufwallung ſeiner Freude dem Prinzen Alles zu verzeihen und die ganze Idee ſeiner Verheirathung aufzugeben. Da⸗

52 mit würde ich aber um meine Gehaltszulage und um die Bezahlung meiner Schulden kommen. Das darf alſo nicht ſein und ich werde mich wohl hüten, dem

König von dieſen innern Kämpfen feines Bruders zu erzählen.

Nun? fragte der König, als Pöllnitz zu ihm ein⸗ trat. Iſt mein Bruder wirklich nach Berlin gegangen?—

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