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Die Heimlichkeit paßt ſich für Jeden, der etwas Unrechtes thun will, ſagte Kalkreuth ernſt. Der Prinz blickte raſch zu ihm empor. Sie mei⸗
nen alſo, daß wir im Begriff ſind, ein Unrecht zu be⸗
gehen? fragte er.
Ich wage nicht, von Euerer Hoheit zu ſprechen, aber wir Beide begehen jedenfalls ein Unrecht, denn wir ſind im Begriſſ, den ſchlimmſten Fehler, den ein Offizier begehen kann, zu machen, den Fehler der Inſubordination. Dennoch aber, mein Prinz, bin ich bereit dazu, denn Sie haben es gewünſcht daß wir Sie begleiten, und ich denke, gerade darin ſoll ſich meine Liebe und Verehrung für Euere Königliche Ho⸗ heit zeigen, daß ich mit Freuden Das thue, was ich als ein Unrecht verdammen muß.
Der Prinz erwiederte nichts, ſondern trat zum Fenſter hin und blickte ſinnend und ſchweigend in die Abenddämmerung hinaus.
Wiſſen Sie, daß Sie zuweilen unleidlich ſind mit Ihren Sentenzen, lieber Freund? murmelte Kaphengſt. „Die Heimlichkeit paßt ſich für Jeden, der etwas Un⸗ rechtes thun will.“ Wahrhaftig, ich fürchte, mit dieſer Sentenz werden Sie uns um das ſchönſte Maskenfeſt bringen, das in dieſem Jahre in Berlin gefeiert wird. Wären Sie mit Ihrer Weisheit mindeſtens ein bischen früher gekommen, ſo hätten wir Urlaub nehmen können. nun aber——
Der Prinz wandte ſich wieder vom Fenſter zu ſei⸗ nen Freunden um, und ſein Antliß leuchtete jetzt von Entſchloſſenheit und Energie.
Kalkreuth hat Recht, ſagte er. Es war ein Un⸗ recht, welches wir da begehen wollten und es wird beſſer ſein, dies zu vermeiden. Unterwerfen wir uns alſo den Geſetzen, wie es jedem Offizier geziemt. Ich


