Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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kleine Krieg entſtanden, der ſeit einiger Zeit zwiſchen den beiden Brüdern geführt ward. Der König wollte in dem Prinzen nichts ſehen, als einen Oſſizier, einen Unterthan, der ſeine Pflicht und das Reglement ver⸗ letzt hatte; der Prinz verlangte, daß er außerdem in ihm noch den freien Menſchen und den Prinzen aner⸗ kennen und ihm einige Vorrechte bewilligen ſollte, und je mehr des Königs ſtrenges und unbeirrtes Rechts⸗ gefühl dies weigerte, um ſo glühender und ungeſtümer ſchien der Prinz dabei beharren zu wollen.

So war es gekommen, daß der Prinz ſeit einigen Wochen faſt immer in Arreſt geweſen, und auch jetzt ſich in demſelben befand. Der Prinz wollte nicht an⸗ erkennen, daß er, außer den Dienſtſtunden immer doch nur der Offizier, niemals der freie, ſelbſtſtändige Mann ſei, berechtigt zu gehen, wohin er wolle, ohne dazu die Erlaubniß irgend eines Andern einzuholen. Der Kö⸗ nig aber verlangte, daß der Prinz ebenſo gut wie je⸗ der andere Offizier ſich, wenn er ſeinen Garniſonsort verlaſſe, dazu erſt den Urlaub ſeines Vorgeſetzten er⸗ wirke, und da der König den in Potsdam ſtationirten

Ofſizieren immer ſelbſt dieſen Urlaub ertheilte, ſo ſollte

auch ſein Bruder denſelben von ihm erbitten. Aber

Prinz Heinrich gab ſich immer wieder den Anſchein dieſen Willen des Königs nicht zu kennen, oder wollte ſich vielleicht nicht der Gefahr ausſetzen, ſein Urlaubs⸗ geſuch mit einem Nein beantwortet zu ſehen, wie das oft den andern Offizieren zu geſchehen pflegte. So machte er es, wie die andern Offiziere und ging heim⸗ lich nach Berlin hinüber, um dort die Zerſtreuungen und Freuden aufzuſuchen, von denen freilich in dem ſtillen und äußerlich ſo eintönigen Leben in Sansſouci

keine Spur zu finden war.— Aber der König, wel⸗ cher ſich oft ſo nachſichtig gegen dieſes Vergehen an⸗ Mühlbach, Friedr. d. Gr. ꝛc. I. 2.

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