Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Der König lachte. Beruhige Er ſich nur. Ich kenne ſein Herz und weiß, daß Er nicht ein empfind⸗ ſamer Schwärmer iſt, dem der Lohn Seines Bewußt⸗ ſeins genügen ſollte. Ich werde Ihn alſo auf andere Weiſe belohnen müſſen. Am Tage der Verlobung meines Bruders Heinrich werde ich Sein Gehalt um fünfhundert Thaler erhöhen und Seine Schulden be⸗ zahlen.

Ah, Sire, rief Pöllnitz kläglich, in welches fürchter⸗ liche Dilemma bringen Sie mich da. Euere Majeſtät wünſchen, daß Prinz Heinrich ſich bald verloben möge, und ich muß jetzt wünſchen, daß dies ſo ſpät als mög⸗ lich geſchehe.

Und weshalb dies?. 3

Weil ich mich beeilen muß, noch ſo viel als mög⸗ lich Schulden zu machen, damit Euere Majeſtät mög⸗ lichſt viel zu bezahlen haben und mich nicht vielleicht gar für einen Geizhalz anſehen.

Er iſt und bleibt ein ausgemachter Narr, und das Alter ſelbſt curirt Ihn nicht, rief der König lächelnd. Hüte Er ſich aber doch zu viel Schulden zu machen, oder den alten nun noch neue hinzuzufügen, denn ich bezahle nur die Schulden, die Er bis heute gemacht hat, und wenn Er vom heutigen Tage an noch Schul⸗ den macht, ſo werden Ihm dieſe von Seinem Gehalte abgezogen. Jetzt rede Er! Hat Er Hoffnung, daß mein Herr Bruder endlich Vernunft annehmen werde?

Wollen mir Euere Majeſtät als Erwiederung eine Frage erlauben?

Fragen Sie Baron!

Wodurch gelang es Sr. Majeſtät dem hochſeligen König, den Widerſtand ſeines Kronprinzen zu über⸗ winden und ſeine Einwilligung zu ſeiner Vermählung mit der Prinzeſſin von Braunſchweig zu erhalten?