Seines Herzens Freude macht, dieſe Familienzwiſte in unſerer Familie mit Seinen hämiſchen Zwiſchenträge⸗ reien zu ſchüren. Er hat es ſo gemacht mit mir und meinem Vater; Er iſt der Vertraute meiner unglück⸗ lichen Schweſter Amalie geweſen und jetzt will Er es abermals ſo machen mit mir und meinem Bruder Heinrich. Aber ich warne Ihn, folge Er nicht ſo ſehr Seinem boshaften Herzen, ſondern nehme Er nach derjenigen Seiner Religionen, der Er am längſten an⸗ gehangen hat, ein wenig Weisheit und Milde an, und ſuche Er das, was ſchon ſchlimm genug iſt, nicht noch ſchlimmer zu machen. Ich will, daß mein Bruder Heinrich ſich vermähle, hört Er wohl, ich will es, und Ihn, mein Herr Ober⸗Ceremonienmeiſter Baron von Pöllnitz, Ihn wird mein Zorn treffen, wenn es nicht geſchieht.
Und wenn es geſchieht, Sire, fragte Pöllnitz in ſeiner lächelnden unverſchämten Weiſe. Wenn ich den Prinzen überrede, ſich dem Willen Euerer Majeſtät zu fügen, welcher Lohn wird mir dann? Denn ich kann unmöglich glauben, daß es für das Mißlingen nur Strafe, für das Gelingen aber keinen Lohn für mich gäbe.
Für das Gelingen hat er den Lohn Seines Be⸗ wußtſeins, ſagte der König lächelnd, und bei jedem neuen Prinzen, welchen die künftige Gemahlin meines Bruders unſerm Lande ſchenkt, wird Ihm ſein Be⸗ wußtſein ſagen können, daß Er es eigentlich iſt, wel⸗ cher dem Vaterlande dieſen neuen Krieger zur Welt bringt, weil Er der Vater dieſer Ehe iſt.
Ah, Majeſtät, rief Pöllnitz lachend, ich habe die Vaterſchaft noch niemals für eine Belohnung meiner Thaten gehalten, ſondern immer für ein höchſt unglück⸗ liches, Zeit und Geld raubendes Ereigniß. 3
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