welcher ſich zwingen laſſe zu dem, was nur die freie Wahl des Herzens ſein dürfe.
Pölluitz hatte mit niedergeſchlagenen Augen und mit ehrerbietiger Miene geſprochen, und ſchien es gar nicht zu ſehen, daß der König erröthete, und daß ſeine Augen aufflammten in Zorn.
Ah, das wagte mein kleiner Bruder zu ſagen, rief der König. Er hat alſo den utopiſchen Gedanken, zu glauben, daß er ſeinen Willen gegen den meinigen durchſetzen werde. Sagen Sie ihm, daß er ſich irrt, daß er ſich Mir unterwerfen muß, wie ich es meinem Vater habe thun müſſen. 1
Das eben führt er als Beiſpiel an, warum er ſich nicht unterwerfen wird, ſagte Pöllnitz. Er meint, eine gezwungene Ehe könne niemals eine glückliche werden. Euere Majeſtät hätten durch Ihre gezwungene Ehe Sich ſelber nicht allein, ſondern auch die Königin un⸗ glücklich gemacht, und keine Frau ſei in Ihren Landen, welche mit Ihrer Gemahlin würde tauſchen mögen.
Der König ließ ſeine Blicke mit einem durchboh⸗ renden Ausdruck auf Pöllnitzens ehrfurchtsvollem Ant⸗ litz ruhen. Weiß Er, ſagte er, daß es vielleicht weiſer und klüger wäre, wenn er einige der Worte meines ſuperklugen Bruders vergeſſen hätte?
Euere Majeſtät haben mir befohlen, Ihnen getreu⸗ lich jedes Wort des Prinzen wieder zu ſagen.
Und Er iſt zu ſehr ein Mann der Wahrheit und des Gehorſams, zu wenig em Höfling und ein Augen⸗ diener, um nicht jede Lüge vermeiden zu wollen, nicht wahr? Ah, vraiment, jetzt macht Er ein Geſicht, als ob Er ſich der heiligen Inquiſition gegenüber befände und ſich als zerknirſchten Sünder fühle. Laſſe Er das! Ich kenne Ihn, und ich weiß ſehr wohl, daß Er ein doppeltes Spiel ſpielt, und daß es Ihm im Grunde
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