Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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ben, obwohl es, beim Himmel, lange genug ſchon unter der Luftpumpe der Schmerzeu zittert. Arme Königin! 3

Er warf den Brief achtlos bei Seite, ohne nur einen Blick auf das Buch zu werfen, das die Königin ihm geſandt, und deſſen traurige und klagende Gebete nur ein Wiederhall der Gedanken waren, die in ihrem Herzen zitterten...

Bagatellen, weiter nichts! murmelte der König, nachdem er auch die andern Briefe geleſen, und auf

jeden derſelben einige bezeichnende und inhaltsvolle

Worte geſchrieben, nach denen die Kabinetsſecretaire die Antworten auszuarbeiten hatten. Dann klingelte er haſtig und befahl dem eintretenden Lakayen, den Herrn von Pöllnitz, ſowie er im Vorzimmer erſcheine, zu ihm zu beſcheiden.

Der Herr Baron iſt ſchon da, bemerkte der Lakay, und eilte fort ihn herbeizurufen.

Wenige Minuten ſpäter öffnete ſich wieder die Thür, und das alte, verſchmitzte, ſüß lächelnde Antlitz des nnverwüſtlichen Höflings ſchaute herein.

Treten Sie näher, ſagte der König, und indem er Pöllnitz einige Schritte entgegenging, fragte er haſtig: bringen Sie mir endlich ſeine Unterwerfung? Will mein Bruder Heinrich endlich einſehen, daß es ver⸗ geblich iſt, meinem Willen zu trotzen?

Baron Pöllnitz zog mit einem Jammerblick die Schultern empor. Sire, ſagte er ſeufzend, der Prinz will es noch immer nicht begreifen, daß ein Prinz kein Herz haben darf! Er beharrt in ſeinem Ungehorſam und behauptet, ein Mann müſſe ſich nur dann einem Weibe veruählen, wenn er Liebe für daſſelbe empfinde, und derjenige wäre ſehr verächtlich und ſehr ſeig,

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