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zarte Grenze der Weiblichkeit uͤberſchreiten, warum Gottes Meiſterwerk freventlich zerſtoͤren!— Du warſt ſo gemacht, einem Volke vorzuleuchten durch Tugend. Du konnteſt ſo edel, ſo groß empfinden, warum haſt du dich ſelbſt vernichtet, Eleonore!— Ihr Haupt war auf ihre Bruſt geſunken, und Thraͤne auf Thraͤne fiel herab auf ihren Schooß.—
Ja, weine, arme, ungluͤckliche Fuͤrſtin, ſagte er, weine uͤber dich ſelbſt. O es iſt ſo graͤßlich, einen gefallenen En⸗ gel zu ſehen! Sie waren ein Engel, Eleonore!—
Sind Sie zu Ende, Fuͤrſt, fragte ſie und hob ihr Haupt, und trocknete mit der Hand die naſſen Augen.— Er be⸗ jahete.— Wohlan, ſagte ſie, ſo hoͤren Sie auch mich. Ja, Siie haben Recht, ich bin gefallen, bin vernichtet, aber die Welt hat mich ſo gemacht.— O Fuͤrſt, Sie wiſſen nicht, wie viel ich gelitten habe, wie grauſam das Leben mich ent⸗ taͤuſchte. Mit einem Herzen voll Liebe und Vertrauen blickte ich in's Leben, das mir ſo ſchoͤn ſchien und ſo voll Seligkeit. Meine Wuͤnſche reichten nicht hinaus uͤber meinen Garten, uͤber die Blumen deſſelben, die ich pflegte und herzte, wie meine Geſpielen. Ich wußte nicht, was Falſchheit und Tuͤcke und Argliſt, ich liebte die Welt, die Menſchen und Gott, zu dem ich betete, wie zu dem Geber alles Guten. Der erſte Mißmuth trat in mein Leben durch die ſtrengen Feſſeln der Etiquette. Man lehrte mich, daß ich meine Empfindung verbergen ſollte, man verbot mir zuweilen zu laͤcheln, wenn ich froͤhlich war, man gebot es mir, wenn ich keine Luſt dazu hatte. Und wenn ich nach dem Grunde fragte, ſo ſagte man: Sie ſind eine Fuͤrſtin!— Ach, und iſt denn die Fuͤr⸗ ſtin kein Maͤdchen— dann kam Graf Ottokar S.— Hier
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