Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Waͤhrend er ſprach, waren Eleonorens Zuͤge immer weicher geworden, dann bedeckte ſie ihr Geſicht mit beiden Haͤnden und weinte laut. Schonen Sie mein, ſchluchzte ſie, o ſcho⸗ nen Sie mein! Mahnen Sie mich nicht an die Vergangen⸗ heit. Ich habe es auch kennen gelernt, jenes vernichtende Gefuͤhl verrathen, getaͤuſcht zu werden. Es iſt graͤßlich, graͤßlich!

Sie muͤſſen mich zu Ende hoͤren, ſagte der Fuͤrſt und unterdruͤckte muͤhſam ſeine eigene RNuͤhrung. Ich verließ ſo⸗ gleich den Hof, ich ging nach Deutſchland, Italien, aber dein Bild verfolgte mich uͤberall, marterte mich in den lan⸗ gen Naͤchten, den freudloſen Tagen. O es ward mir ſo ſchwer zu vergeſſen. Aber der Ruf deiner Thaten drang in die Ferne. Bald wußte die ganze Welt von deiner Liebe zu Graf S., denn du verſchmaͤhteſt es, deine Schande zu verbergen. Dann verſtießeſt du den erſten Geliebten, und ſuchteſt neue Freude in neuen Verbindungen. Nun war ich geheilt von meiner Liebe und meinem Schmerze, denn ich verachtete dich. Es verwunderte mich nicht, als ich er⸗ fuhr, wie du deinen Gemahl vom Throne geſtuͤrzt, und ihn ſelber beſtiegen hatteſt, denn ein herzloſes, ſchamloſes Weib iſt zu Allem faͤhig. Sehnſucht nach der Heimath trieb mich zuruͤck; ich konnte deinen Blick ertragen, das wußte ich. Ich kam, ich ſah dich und neben dir deinen Guͤnſtling, den rohen Carl, und ich wandte mich ab, denn es widerte mich an. Eleonore, fuhr der Fuͤrſt fort, und faßte ihre Hand, die ſie ihm willenlos ließ, Eleonore, welch ein edles, großes Weſen konnteſt du ſein, welch ein Engel an Tugend, warum biſt du es nicht geblieben? Warum mußteſt du die