Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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ſtande, deine ſo ſuͤße, ſo milde Stimme hoͤrte ich, wenn mich der Zorn uͤbermannen wollte, und ich ward ſanft wie ein Kind, dein Name toͤnte von meinen Lippen, wenn ich beten wollte, Eleonore, du warſt der Engel meines Lebens geworden, ich liebte dich.

Sie ſah ihn an mit ſtrahlenden Augen.

O, ſagte er kalt, blicke mich nicht ſo an, deine Augen haben keine Gewalt mehr uͤber mich. Das iſt lange vor⸗ uͤber. An dich, an meine Heilige, an meine Maͤr⸗ tyrin denkend, denn ich war Zeuge geweſen der rohen Be⸗ handlung deines jungen Gemahls, ging ich im Garten zu P. Ich ſah im Geiſte deine leidende Engelsmiene und weinte bittere Thraͤnen uͤber dein Geſchick. Warum, rief ich, muß ſie, ſo tugendhaft und ſo unſchuldig, ſo viel leiden. Da hoͤrte ich Stimmen im Pavillon. Vielleicht iſt ſie es, dachte ich, vielleicht kann ich ſie noch einmal ſehen, ich trat ein wenig naͤher, und ſah dich dich in den Armen des Grafen S., den ich als Wuͤſtling kannte. O Eleo⸗ nore, fuhr der Fuͤrſt nach einer Pauſe fort, in der die heftige Bewegung ihn ſtumm gemacht hatte, o Eleonore, die Qua⸗ len jenes Augenblickes vermag ich dir nicht zu ſchildern. Ich ſtand, wie an den Boden geheftet, es ſchwindelte in meinem Kopfe, es drehte ſich Alles vor meinen Augen, dann ſtuͤrzte ich fort in's Dickicht hinein. Tage irrte ich umher, be⸗ ſinnungslos; als ich wieder zu mir kam, da fuͤhlte ich, daß

ich dich haßte, wie ich dich einſt geliebt, denn du hatteſt mich um die erſten, die reinſten Gefuͤhle, um meine erſte Liebe betrogen.