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Sei ruhig, ſagte er feſt, und es war, als wenn dieſe Stimme einen Zauber uͤber ſie uͤbte.
Sie ſetzte ſich auf den Divan und gab durch Zeichen zu erkennen, daß ſie bereit ſei, ihn zu hoͤren.— 1.
Ja, meine Verachtung, wiederholte er. Aber ich habe dich anders gefunden, als ich erwartete,— noch iſt nicht alles Gefuͤhl in dir erſtorben, noch biſt du weiblichen Em⸗ pfindens faͤhig.
Sie ſcheinen es dennoch nicht zu glauben, ſagte ſie bit⸗ ter, daß Sie es wagen, auf ſo kraͤnkende Weiſe zu ſprechen.—
Ich will dich kraͤnken, entgegnete er, ich will dir die Wahrheit ſagen, Eleonore.— Hoͤre mich an, Koͤnigin! du fragteſt, ob ich geliebt habe? Ja, ich habe geliebt,— wiſſe es, dich habe ich geliebt.—
Eleonore erbebte und wollte reden. Nein, nein, ſagte
der ſanft, ſprich nicht zu mir. Hoͤre mich— o Eleonore,
wie habe ich dich geliebt. Haͤtteſt du dich ſehen koͤnnen, wie du warſt, damals warſt, als ich dich liebte, du wuͤrdeſt weinen uͤber dich ſelber, daß du ſo anders geworden. Ich ſah dich, als du zuerſt dieſen Boden betrateſt.— Wie war deine Miene ſo unſchuldsvoll und rein, der Engel der Tu⸗ gend wohnte auf dieſer klaren Stirn, in dieſer jungfraͤulichen Bruſt; Vertrauen und Glauben war in deinem ſuͤßen Laͤ⸗ cheln. Und als das Volk dir entgegen jubelte, wie warſt du da ſo ſchoͤn in deinem Erroͤthen. Da lernte ich dich lie⸗
ben, ich ſchloß dein Bild, dein liebes Bild feſt in mein Herz, gab ihm meine ganze Seele zu eigen, du warſt meine 5
Gottheit, meine Heilige. Dein Auge ſah ich vor mir, wenn ich in Verſuchung war, und es ſtaͤrkte mich zum Wider⸗


