Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Befehlen Sie, was ich ſprechen ſoll, Koͤnigin, ſagte er kalt.

Der Koͤnigin Stirne bewoͤlkte ſich: Sie ſind ſeltſam, Fuͤrſt, ſagte ſie unmuthig, ich wuͤnſchte eine freie Unterhal⸗

tung.

Ew. Majeſtaͤt, entgegnete er faſt ſpoͤttiſch, wuͤnſchte Zerſtreuung.

Zerſtreuung und Erholung von den druͤckenden Geſchaͤf⸗ ten, Sie haben Recht, Fuͤrſt, erzaͤhlen Sie etwas. Ich weiß Nichts, was einer Koͤnigin wuͤrdig waͤre.

Erzaͤhlen Sie mir von Ihrer erſten Liebe, oder, fragte ſie ſchnell, haͤtten Sie noch nie geliebt?

Der Fuͤrſt blickte ſinnend vor ſich nieder, dann ſagte er ruhig: niemals! Einmal waͤhnte ich zu lieben, doch die, der ich dieſe Gefuͤhle weihte, war derſelben nicht werth, und ich vergaß ſie, verachtete ſie.

Wiſſen Sie, Fuͤrſt, ſagte ſie, und eine ſeltene Ruͤhrung machte ihre Stimme zittern, wiſſen Sie, daß es furchtbar iſt, das, was man liebt, verachten zu muͤſſen, verrathen zu werden?

Ew. Majeſtaͤt koͤnnen es wohl kaum wiſſen, entgegnete er ſcharf, wer wuͤrde es wagen, einer Koͤnigin Liebe zu ver⸗ ſchmaͤhen, ſie darf ja nur gebieten, und die Herzen aller Maͤnner liegen ihr zu Fuͤßen.

Nein, nein, ſagte ſie heftig, die Maͤnner wohl, aber die Herzen nicht! Was iſt denn das Herz eines Mannes? O ihr ſeid Alle, Alle ſo voll Lug und Eigennutz, ihr taͤuſcht uns Alle, Alle. Wir armen Weiber ſind verrathen, wenn wir glauben, geliebt zu werden!