Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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O der Stolze will mich reizen, ſagte ſie, um deſto mehr zu erlangen. Koͤnnen Schloͤſſer, kann Gold und Edelſteine ihm genuͤgen, er ſoll es haben. Waͤre nur Sophie noch hier, ihn zu erforſchen! Aber auch ſie hat mich verlaſſen, weil ich ihr die Hauptmannsſtelle verſagte. Gleichviel, ſagte ſie dann entſchloſſen, ich bin Koͤnigin und mir iſt erlaubt, was Keiner ſonſt auf Erden.

Der Fuͤrſt M. ſoll augenblicklich erſcheinen, befahl ſie, und die Diener eilten von dannen, und bald ward er ge⸗ meldet.

Verlaßt mich, befahl ſie, Niemand wage es uns zu ſtoͤren.

Der Fuͤrſt trat ein. Es war ein ſchoͤner Mann, in der Mitte der Dreißiger, der nach vieljaͤhrigen Reiſen durch Europa erſt vor wenigen Monden zuruͤckgekehrt war, und ſeitdem an Eleonorens Hofe weilte. Er beugte ein Knie vor

ſeiner Koͤnigin, kuͤßte fluͤchtig die ihm dargebotene Hand,

und ſtand dann groß und kraͤftig da:

Ich erwarte die Befehle meiner Herrin! ſagte er gemeſ⸗

ſenen Tones.

Nichts von Befehlen, verſetzte ſie guͤtig und winkte ihm zu ſich auf ein Tabouret, waͤhrend ſie ſelbſt ſich auf den Divan ſetzte. Nichts von Befehlen, Fuͤrſt, ich verlangte nach Ihrer Unterhaltung.

Der Fuͤrſt verbeugte ſich und ſchwieg. Eleonore ließ ihre langen, brennenden Blicke an ſeiner ſchoͤnen Geſtalt herabgleiten, und fragte dann: nun Fuͤrſt, werden Sie ſtumm bleiben? 1