Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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ſeins, die Liebe war auf immer dahin. Und es gab Naͤchte, ſchlummerloſe Naͤchte! Ha, welche Qual, welche Angſt in dieſen Naͤchten! War es ihr nicht oft, als ſchleiche es leiſe in ihrem Zimmer umher, als wehe es ſie an wie Grabeshauch, als fluͤſtere es: Moͤrderin, Moͤrderin! War es ihr nicht oft, als ſehe ſie die drohend gehobene Hand ihres Gemahls, ſeine entſetzlichen, grauſenhaften Augen, die ſo racheduͤrſtend auf ſie gerichtet waren?

O, und die Traͤume? Sah ſie nicht in ihren Traͤu⸗ men oft die Leiche des ſchoͤnen Juͤnglings, der geſtorben, die Verzweiflung im Herzen um ſie und hoͤrte ſeinen Todes⸗ ſchrei! O, auf dem Throne ſelbſt iſt kein Gluͤck, denn auf dem Throne ſelbſt iſt kein Vergeſſen, und die Vergeſſenheit, die Erinnerung ſchleppt, wie die Schnecken ihr Haus, die Qual furchtbarer Gewiſſensbiſſe mit! Selbſt in den Armen Carlo's, ihres maͤchtigen Guͤnſtlings, fand ſie keine Ruhe, und die Liebe war ihr ſo hinabge⸗

ſunken in den Schmutz der Erde, und hatte ſo alle Heiligkeit, alle Illuſionen verloren, ſie bot ihr keinen Reiz mehr,

das lange innige Verhaͤltniß war ſo ermuͤdend, ſo einfoͤrmig. Veraͤnderung bot Zerſtreuung, ſo ward Carlo als Geſandter nach M. geſandt.

Waͤhrend dieſer Zeit mußte ſie es erforſchen, ob wirklich der Fuͤrſt M. ſo ganz unempfindlich gegen ihre Macht und ihre noch immer nicht erloſchenen Reize. Wie, war er

wirklich ſo blind, daß er ihre freundlichen Blicke nicht ſah,

ihre verſteckten Worte nicht verſtand? O waͤhrend alle dieſe Herren begierig nach einem Blicke ihres Auges haſchten,

e ſollte er, er allein kalt dagegen ſein, ihrer Gewalt trotzen?

jj