Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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der Reiſe hatte ſeine Wange hoͤher geroͤthet und ſein großes

1 brennendes Auge ruhte ſo bewundernd auf der Koͤnigin.

Es war ihr noch niemals ſo aufgefallen, wie ſchoͤn Carlo, jetzt gewahrte ſie es. Zudem, ein in ſich zerruͤttetes Ge⸗

muͤth ſtrebt nach Betaͤubung, haſcht nach jeder Zerſtreuung,

um die Stimme des Innern ſchweigen zu laſſen, und was

konnte der armen Fuͤrſtin noch heilig ſein?

Bald war Carlo der erklaͤrte Guͤnſtling der Koͤnigin, er

ſtieg von Stufe zu Stufe, bald trug er oͤffentlich das Bild

ſeiner Koͤnigin, ſeiner fuͤrſtlichen Geliebten, nur durch ihn

gelangte Alles in Eleonorens Haͤnde.

in Eleonorens Bruſt?

Sie war eine große Regentin, eine glanzvolle Fuͤrſtin, eine Begluͤckerin ihres Volkes. Sie gab Geſetze, deren Weisheit Segen brachte, ihrem Einfluſſe gelang es, die gei⸗ ſtige Finſterniß des Volkes allmaͤlig aufzuklaͤren und den Sinn fuͤr Wiſſenſchaft und Kunſt zu verbreiten. Ganz Eu⸗ ropa ſtaunte ihr Rieſenwerk an, und ihr Ruhm durchdrang die Welt. Aber inmitten ſo vielen Glanzes, ſo vieler Pracht, inmitten der Luſtbarkeiten und Vergnuͤgungen ihres Hofes war Eleonore dennoch freudlos. Sie hatte es nun erreicht, ſie ſtand auf dem Gipfel irdiſcher Groͤße, was hatte ſie gewonnen? War ihr Herz befriediget, ihre Seele ruhig? O ſie hatte zuviel erlebt, zu bittere Erfahrun⸗ gen waren ihrem Herz geworden, der Glanz alles Da⸗

4 Nach ſolchen Scenen fieberiſcher Aufregung folgte Ruhe

im Reiche. Nur einmal noch erhob ſich die Stimme der ¹ Empoͤrung, aber ſie ward im Keime erſtickt. Von nun an war Ruhe und Frieden im Reiche, aber auch Friede