Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Graf, beſorgen ſie das Noͤthige nach O., und nun folget mir in den Audienzſaal.

Stolz ſchritt ſie voran, und empfing die Huldigung ihrer Unterthanen.

Iſt noch keine Nachricht von O.? fragte Eleonore andern Tages die Graͤfin.

Dieſe erwiederte verneinend.

Da trat der dienſtthuende Kammerherr herein, und mel⸗ dete den Lieutnant Carl.

Er mag erſcheinen, befahl die Koͤnigin, und der Gemel⸗ dete trat ein, waͤhrend der Kammerherr ſich auf einen Wink der Koͤnigin zuruͤckzog.

Carlo war bleich und verſtoͤrt, ſein Anzug war beſtaͤubt und unordentlich, und zeigte deutlich, daß er wohl ſo eben erſt von einer Reiſe zuruͤckgekehrt.

Was bringſt du mir? fragte Eleonore.

Carlo kniete nieder, und ſagte leiſe: Ludwig iſt nicht mehr!

Eine furchtbare Pauſe folgte. Krampfhaft lehnte ſich Eleonore an den Seſſel, und ihr ſchwerer Athem allein zeugte von der tiefen Erregung ihres Innern.

Alſo iſt es entſchieden, murmelte ſie dann. Wie ſtarb der Koͤnig?

Sophie aber trat ſchmeichelnd naͤher, faßte der Koͤnigin Hand und flehte! o frage nicht Eleonore! Er iſt todt! Vergiß es.

Vergeſſen, ſagte ſie bitter, wird mein Gewiſſen ſchwei⸗ gen? Dann heftete ſie ihre Augen auf den noch immer knieenden Carlo. Es war ein ſchoͤner Mann; die Anſtrengung