Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Nein, deh, ſagte die Koͤnigin ungeduldig, nimmermehr gebe ich meine Einwilligung zu einem Morde.

Es muß ſein, entgegnete Sophie. Bedenke, dein Leben ſteht auf dem Spiele. Wenn es Ludwig gelingt, aus O. zu entkommen, wird er die Huͤlfe ſeines Volkes anrufen, nicht alle ſind dir ſo ergeben, wie hier in der Reſidenz.

Koͤnigin, rief Graf Seſſo, und beugte ein Knie vor Eleonore, und Rippa und Sophie folgten ſeinem Beiſpiele. Koͤnigin, erhoͤre unſer Flehen! Nicht nur deinetwillen l laß es geſchehen, thue es fuͤr uns, deine Diener, fuͤr dein Volk! Willſt du uns dem Henkersbeile uͤberliefern, willſt du dich ſelbſt verderben! ſoll alles Blut umſonſt gefloſſen ſein?

Die Koͤnigin zuckte zuſammen: ſtill, ſagte ſie, es iſt Blut gefloſſen, das ewig, ewig auf meiner Seele brennen wird.

Und ſoll es umſonſt geweſen ſein?

O, ſagte ſie ſchmerzvoll, ſo hatteſt du Recht, Edmund, ich werde die Moͤrderin meines Gemahls! Einen Au⸗

genblick barg ſie ihr Geſicht in den Haͤnden, dann trat ſie

feſt mitten in das Gemach und ſagte: wohlan, auch das noch! Ihr habt Recht! Ich darf Nichts halb thun! Was ich begonnen, muß ich vollenden. Jedes Zagen bringt Ver⸗ derben.. Die drei erhoben ſich von ihren Knieen, und die Freude leuchtete aus ihren Augen. Eleonore bemerkte es, freut euch nicht, daß ihr euren Zweck erreicht. Ein ſolcher Mord wird mit der Ruhe und dem Frieden der Seele erkauft. Sie, 20*