Achtes Capitel.
Und ſie iſt nur eine welke Blume
Von der Paradieſesroſe: Weib, Trümmer nur vom ſchönſten Heiligthume, Ach, ein tief gefallen, ſündig Weib.
Und doch könnt' ich knien hier und beten, Beten, weinen, wie vor Heil'gen kaum, Eine Roſe liegt am Weg getreten
Und mit ihr ein ganzer Himmelstraum.
Anaſtaſius Grün.
In der Kirche der Reſidenz ward Eleonore am naͤchſtfolgen⸗ den Tage gekroͤnt, unter dem feierlichen Gelaͤute der Glocken und dem Zujauchzen des Volkes.— Stolzer hob ſich ihre Bruſt und— ach, uͤber dem Triumphe und der Pracht ihrer Groͤße trat das Bild Edmunds in den Hintergrund.— Sie war wieder Fuͤrſtin, Koͤnigin, nicht mehr das liebende Weib!—
Ermattet und kraftlos ging ſie am Abend des Kroͤnungs⸗ tages in ihr Zimmer, in ehrfurchtsvoller Entfernung ſtanden die Grafen Rippa und Seſſo, und Seſſo folgte den Schritten
ihrer Herrin, wie es ſchien, eindringlich um Etwas bittend.—


