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Und vor dem Gewahren ſo tiefen Gefuͤhls verſtummte die laute Bewunderung, kein Beifallsrufen, kein Haͤnde⸗ klatſchen entweihete dieſen hoͤchſten Aufſchwung der Kunſt, aber mehr als dieſes lohnte Emilien das tiefe Schweigen im großen Hauſe, das leiſe unterdruͤckte Schluchzen, die Thraͤ⸗ nen mancher, die im Geraͤuſch der Welt ſo ſorgfaͤltig das Gewand uͤber ihr Herz legten und ſich in dieſem Augen⸗
lccke dennoch nicht des Ausbruchs ihrer Gefuͤhle ſchaͤmten.
Das Stuͤck war zu Ende, und der ſo lange verhaltene Jubel, die bis dahin ſtumme Begeiſterung brach nun don⸗ nernd hervor.— Emiliens Auge aber ſtreifte einen Augen⸗ blick zu jener Loge empor, wo der ſchoͤne Fremde ſtand, deſ⸗ ſen Ruͤhrung ſie vorher bemerkt. Und als ihr Auge ſeinem gluͤhend auf ſie gehefteten Blicke begegnete, da zuckte ſie leiſe zuſammen und erroͤthete tief.
Ich— ſtammelte Graf Carl und ſah Ernſt verwundert an,— ich werde zu Stein.— Sie blickt herauf, ſie ſieht dich an, Ernſt, und erroͤthet. Es waͤre ein himmliſcher Spaß, wenn ſie ſich in dich verliebte!
Ernſt ſtand auf, ohne zu antworten.
Laßt uns zu ihr in die Garderobe gehen, ſagte er dann ſchnell.—
Die ſtrenge Schoͤne nimmt keine Beſuche dort an, ent⸗ gegnete Baron S., ſie hat es ſich vom Director ausdruͤcklich ausbedungen, ein eigenes Garderobezimmer zu haben,— dort macht ſie bei verſchloſſenen Thuͤren Toilette, und Nie⸗ mand darf es wagen, dort eindringen zu wollen.


