Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Beiden. Zu ſchwach fuͤr das Eine, zu ſtark fuͤr das An⸗ dere, das mich nicht liebt, weil ich es wagte mehr zu ſein, als ein Weib. Sagen Sie es Niemand, aber ich verachte das weibliche Geſchlecht, dieß ſchwache, zagende Geſchlecht, ohne Energie, ohne Feſtigkeit, vergehend und ſich verlierend in den Kleinlichkeiten des Lebens, voll Neid und Mißgunſt. Darum ſtehe ich allein unter meinen Mitſchweſtern, ich habe fuͤr Keine offenes Vertrauen, Keine verſteht mich.

Laſſen Sie mich Ihnen Freund und Freundin ſein, ſprach der Geheimrath und reichte ihr ernſt und liebevoll die Hand dar. Vertrauen Sie mir.

Und thue ich es nicht? fragte ſie ſanft laͤchelnd, und legte einen Augenblick ihr gluͤhendes Geſicht auf des Greiſes Schulter. Sie verſtehen mich, denn Sie ſind ein Mann, und ich fuͤhle ſtark und kraͤftig wie ein Mann..

Aber auch gluͤhend, wie ein Weib, ſagte Solau. Und darum, ſein Sie auf Ihrer Huth, bewahren Sie Ihr Herz, es bedarf nur Eines Funkens, um die Pul⸗ vermine zu ſprengen. 4

Ach, bah, ſagte ſie in wegwerfendem Tone, ich wuͤßte Niemand, der dieſen Funken in mein Herz ſchleudern koͤnnte, denn das verſtehen Sie doch wohl unter der Pulvermine? Solau nickte. Und nun vergeſſen Sie allen Unſinn, den ich eben geſprochen, fuhr ſie ſchnell erheitert fort, und laſſen Sie uns ein Wort uͤber meine Rolle fuͤr heute Abend ſpre⸗ chen. Es iſt das erſte Mal, das ich in derſelben auftrete.

Und welche?

. Herrlich, herrlich, lachte Emilie, einer meiner Ver⸗ ehrer, und weiß nicht, in welcher Rollee ich ihn heute entzuͤcken