Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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werde, undihn den kalten Norden vergeſſen laſſe und ihn unter Italiens gluͤhenden Liebeshimmel verſetze, ſo lau⸗ tete ja die Stelle in der neulichen Recenſion. Laſſen Sie es gut ſein, fuhr ſie fort, als Solau den Mund zur Ent⸗ ſchuldigung oͤffnete, Sie haben mir da eine Lehre gege⸗ ben, die beſſer iſt, als alle Schmeicheleien. Und wenn heute Abend mich das Heer meiner Bewunderer mit Lob uͤber⸗ ſchuͤttet, ſo werde ich ganz ſtill an dieſen Morgen denken.

Meines armen Ludwigs Schickſal beſchaͤftigte mein gan⸗ zes Denkvermoͤgen.

Still, ſtill davon, lieber Freund, troͤſten Sie ihn, laſſen Sie ihn reiſen, nach Italien, nach Rom, da wird er mich vergeſſen. Und nun zu meiner Rolle, Sie kennen den Stern

von Sevilla?

Sie werden es dem Geſchaͤftsmanne nicht uͤbel deuten, wenn er mit Nein antworten muß.

Im Gegentheil, das iſt mir angenehm. Sie muͤſſen ſich nun ſchon drein ergeben, ſich von mir das ganze Stuͤck erzaͤhlen zu laſſen, um mir zu ſagen, ob ich es richtig auf⸗ gefaßt. Setzen wir uns. Mit dem ihr eigenen Feuer er⸗

zaͤhlte und declamirte ſie abwechſelnd ihre ganze Rolle, und begeiſterte den alten Herrn in einem Grade, daß er, trotz ſeines Neffen traurigem Schickſal, beſchloß, heute Abend ſei⸗ nes Lieblings Kunſt zu bewundern.