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Langſam rannen ein Paar Thraͤnen uͤber Emiliens Wan⸗ gen, und heftiger fuhr ſie fort: ich werde niemals gluͤcklich ſein, ich bin im Zwieſpalte mit mir ſelber; ein ſtetes unbe⸗ friedigtes Sehnen, ein leiſes Klagen in mir, nach einem Et⸗ was, das ich nicht zu nennen weiß—
Ach, Liebe, unterbrach ſie Solau, kein Menſch, ſo ſagen die Weiſen, kein Menſch geht durchs Leben, ohne Einmal geliebt zu haben,— auch Ihre Stunde wird ſchlagen, und wenn Sie dann allen Stolz, allen Ruhm zu des Geliebten Fuͤßen niederlegen, dann erſt werden Sie gluͤcklich ſein.
Sie ſchuͤttelte heftig den Kopf: Nein, nein, auch dann nicht. Ich bin nicht geſchaffen, um als demuͤthiges, lieben⸗ des Weib in ſtiller Haͤuslichkeit zu leben. Ich habe die Bahn verlaſſen, die enge Grenze uͤberſchritten, die dem
Weibe angewieſen ward, ruͤckwaͤrts iſt kein Pfad fuͤr mich, alſo immer fort, immer raſtlos weiter geſtrebt.— Nein, nein, eine Kuͤnſtlerin iſt wenig zu beneiden. Der Ruhm„ er iſt berauſchend, die Kunſt, ſie iſt beſeligend, aber ſie erfuͤl⸗ len nicht Alles, was man vom Leben hofft. Ach, das ſtille Gluͤck, das haͤusliche Beſchaͤftigungen, das das Walten im eigenen Hausweſen als Hausfrau gewaͤhrt, das it mir auf ewig verſchloſſen.—
Nun, ſo ſuchen Sie es zu erlangen, ſagte Solau faſt ungeduldig, heirathen Sie.— 3
Jetzt aber wuͤrden mir haͤusliche Beſchaͤftigungen nicht mehr genuͤgen.
Und doch ſehnen Sie ſich darnach?
Nein, aber ich beklage, daß ich nicht bin wie Andere,—— ſo gehoͤre ich keinem Geichiechn an, ſtehe immer zwiſchen


