Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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1 entſchieden zurückweiſen. Verſuchen Sie es, meinen arme Ludwig mit beſonderer Aufmerkſamkeit zu betrachten, er b

ſitzt einen ſo reichen Schatz von Gefuͤhl und Wiſſen. Ich 1

glaube, Sie wuͤrden ihn lieben koͤnnen.

Ich aber weiß, daß ich es nicht kann. Ich achte tyn ja ich koͤnnte ihn lieben, als Bruder, nicht aber ſeine Gat⸗ tin ſein.

So darf ich meinem Ludwig keine Hoffnung geben?

Liebſter Solau, fragte ſie weich, und nahm ſeine Hand, die ſie freundlich druͤckte, ſoll ich Unwahrheit ſagen? Sie wol⸗ len das gewiß nicht, und jede Hoffnung, hier gemacht, waͤre Luͤge. Sagen Sie ihm, daß ich ihn achte und hoch ſtelle, daß aber mein Herz ruhig bleibt. Er iſt verſtaͤndig und ru⸗ hig, und wird mich leicht verſchmerzen.

Das ſagen Sie, weil Sie die Liebe nicht kennen, liebſtes Fraͤulein. Das Vergeſſen und Verſchmerzen iſt gar ſchwer, iſt unmoͤglich.

Nein, ſagte Emilie ernſt und richtets ſich ſtolz auf, nicht unmoͤglich, wer ernſtlich will, der kann jegliches Gefuͤhl bekaͤmpfen, denn er iſt ein Menſch, das maͤchtigſte, hoͤchſte Weſen in der Schoͤpfung..

Und dieß Weſen, Gnaͤdigſte, das Loͤwen zaͤhmte, das wilde Roß zu baͤndigen wußte, das der Hyaͤne Wuth zer⸗ brach, dieß ſelbe Weſen unterlag nur zu oft ſeinen eigenen Leidenſchaften. Sollte die gefuͤhlvolle Emilie, die mit ſo hinreißender Kunſt die Liebe darſtellt, die Liebe ſingt, allein nicht an ihre Macht glauben?

Nein, das ſei fern von mir, ſagte Emilie ſchnell, und ihre Wange faͤrbte ſich hoͤher, und ihr Auge ſtrahlt⸗ gluͤhen⸗

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