4 es macht uns ernſt, und wir vergeſſen, daß wir unſer Wie⸗ derſehn feiern wollten. He, Heinrich, rief er ſeinem Kam⸗ merdiener, ſorge fuͤr Erfriſchung, laſſe eine Bowle bereiten.
Ja, riefen Alle, Punſch her, Glaͤſer, laßt uns an⸗ ſtoßen, laßt uns jubeln,— der Freund iſt wieder dal
Bald ſaßen ſie um die dampfende Bowle im heiter ſich bewegenden Geſpraͤche, und der Name manches ſchoͤnen und gefeierten Maͤdchens ertoͤnte, und manche kleine Liebſchaft ward unter dem Siegel der Verſchwiegenheit den horchenden Freunden vertraut.— 1
Aber du, ſagte Carl, du, lieber Ernſt, ſagſt uns nichts von deinem Leben, von deinem Liebesleben insbeſondere. Was iſt aus der ſchoͤnen Biondetta geworden, in die du ge⸗ rade verliebt weßſ als ich dich in Rom verließ?—
Nichts von der, ſagte Ernſt heftig und eine finſtere Wolke des Unmuths uͤberflog ſeine hohe Stirn.— Heftig preßte er dann die Lippen auf einander, und ſchaute ſtumm und ſinnend zur Erde. Auch die Freunde ſchwiegen und dieſe Stille eben ſchien Ernſt aus ſeinen Traͤumen aufzu⸗ ſchrecken. Er fuhr ſich leicht mit der Hand uͤber das Ge⸗ ſicht, und ſagte dann, ein Glas ergreifend: Die ſchoͤne Emi⸗ lie ſoll leben!— 4
Hoch, jubelten die Freunde, und die Glaͤſer klirrten hell aneinander.
Du wuͤrdeſt mich verbinden, liebe Erneſtine, ſagte Emi⸗ lie M., die gefeierte Saͤngerin, andern Tages zu ihrer Ge⸗ ſellſchafterin, wenn du dich heute bemuͤhteſt, die Herren im Salon allein zu unterhalten. So eben bekam ich einen


