Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Nicht doch, nicht doch, meinte ein Anderer, mehr ge⸗ macht, den Becher der Freude zu leeren, die Luſt zu ſchoͤpfen aus immer reicher Quelle. Nein, nein, du fehlteſt uns in unſerm frohen Kreiſe; nun iſt er erſt wieder vollſtaͤndig. Ha, welch ein Leben ſoll jetzt beginnen! Und hoͤrſt du, auf dich habe ich meine letzte Hoffnung geſetzt. Du mußt vollfuͤhren, was Keinem von uns gelingen wollte, du mußt unſere ſtolze Prima Donna beſiegen.

Ja, ja, ſtimmten die Andern bei, du mußt uns raͤchen an der ſtolzen Sproͤden.

Und von wem iſt denn die Rede? fragte Ernſt begierig.

Von wem anders, als von der erſten Saͤngerin, Fraͤu⸗ lein Emilie Minden.

Ach, von der du mir immer ſo begeiſtert ſchriebſt, lie⸗ ber Carl. Nach deinem feurigen Briefe glaubte ich deiner Verlobung entgegen ſehen zu koͤnnen.

Davon ſpricht man nicht gern, meinte der Baron S. mit ſchlauem Laͤcheln, und ſummte halblaut mit ſchelmiſchen Seitenblicken auf Carl: die Trauben waren ſauer, trara, trara.

Was, fragte Ernſt mit komiſchem Erſaunen, abge⸗ wieſen?

Nun ja, entgegnete Carl verdrießlich; es geht mir eben, wie allen Andern, betonte er ſtaͤrker, Keiner kann ſich einer Auszeichnung ruͤhmen. Freundlich, aber zuruͤckhaltend gegen Jeden, lockt ſie durch ihre Anmuth und Lieblichkeit unwiderſtehlich hin, ſtoͤßt ſie ab durch ihre aſßa Kaͤlte.

Iſt ſie huͤbſch? fragte Ernſt.