Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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mir wach gerufen, und wie ein Sterbender an der Pforte dieſes neuen Daſeins möchte ich alle Schuld, die hinter mir liegt, alle Verirrungen und Sünden der Vergangenheit Dir beichten, um von Dir, Du mein Engel, entſündigt und begnadigt zu werden! Ellen, höre mich an! Sieh, ich fühle Deiner Unſchuld gegenüber mich ſo ſchuldbeladen und ſo klein, gegen Deine ſonnenhelle Sünd⸗ loſigkeit ſo fündig und ſtrafbar; es iſt mir, als müßte ich Dir Abbitte thun für alle Verirrun⸗ gen der Vergangenheit, und habe mit dieſen ge⸗ gen Dich geſündigt und mich Deines Beſitzes unwerth gemacht.

Ellen ſchaute ihn an mit leuchtenden Blicken, voller Zuverſicht, und ſagte ernſt:ſprich nicht ſo, nicht ſo, mein Geliebter. Du konnteſt irren und fehlen, wie wir Menſchen es thun; ich freue

mich, daß Du es konnteſt, und der Gedanke

daran ſoll mich tröſten und ſtärken, wenn ich mich Deinem erhabenen Geiſte gegenüber ſo klein und nichtsbedeutend finde! Du konnteſt irren, aber nicht ſündigen.

Und doch Ellen, doch, ſagte er ernſt,doch habe ich ſelbſt gegen Dich gefündigt, weil ich nicht glaubte an ein Weſen, wie Du es biſt! Habe geſündigt, indem ich in kleinmüthigem Zagen zwei⸗ felte an Gott, an den Menſchen, an der Welt, zweifelte an der höheren Beſtimmung des Daſeins, an der Heiligkeit des Lebens, aus dem mir mit

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