Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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ſelber Nacht verließ mein Vater mit mir das Schloß, allein, ohne Begleitung. Er ſelbſt leitete

die Pferde. Ohne anzuhalten, raſtlos, fuhren wir die Nacht hindurch, und wie viel ich auch in mei⸗ ner Pein zu Gott flehte, er möge in ſeiner Gnade⸗ mir ein Mittel zeigen, Edward Nachricht zu geben, es wollte ſich keine Gelegenheit dazu zeigen!

Die Nonne ging einige Male ſchweigend auf und ab und flüſterte dabei mit bitterm Ton:Ich kenne das! Ich habe oft ſo gebetet und ſtets umſonſt.

Du kennſt dieſe Qualen? ſagte Effie faſt freudig,Du haſt gelitten, wie ich leide, Du haſt geweint und geklagt?

Die Nonne legte ihre Hand auf Effie's Schul⸗ ter und ſagte feierlich:mein Kind, ich habe ge⸗ weint bis meine Augen vertrockneten, und geklagt bis meine Klagen verſiegten, dann bin ich ſtille geworden! 4

Sie ſchwiegen Beide, und dies Schweigen, die Stille um ſie her, die dunkle, todte Kirche zu ihren Füßen, die flackernde Lampe vor dem Bilde des Gekreuzigten, Alles dies machte einen ſchauerlichen Eindruck auf Effie's leicht erregte Phantaſie; die bleiche Nonne neben ihr mit den ruhigen Zügen und den glanzloſen Augen erſchien ihr wie eine Todte, Eingeſargte, und ſie ſagte furchtſam:Laß uns die düſtere Kirche verluſßm. Es iſt ſo un⸗ heimlich hier! Ich meine, es müßten uns hier