in dieſen drei Monaten, die Du als Novize hier im Kloſter biſt?“
„Erinnere Dich, heilige Schweſter,“ antwortete Effie,„daß dies heute das erſte Mal iſt, daß ich Dich ohne Zeugen ſpreche. Du haſt mich unter⸗ wieſen in dem heiligen Dienſte, aber ſtets war eine begleitende Schweſter bei Dir. Und ſo ſehr ich Deinen friedlichen milden Zügen ſogleich, wie ich Dich ſah, vertraute, ſo ſehr ſchreckten mich die ernſten kalten Mienen der Andern zurück. Ich fühlte, Du allein könnteſt mich verſtehen, und Dir allein dürfte ich vertrauen.“
„Warum betrateſt Du überhaupt das Kloſter? Geſchah es aus freiem Willen?“ fragte die Nonne.
„Wie kannſt Du glauben?!“ ſagte Effie faſt entſetzt.„Auf meines Vaters Befehl kam ich hier⸗ her. Du mußt wiſſen, gute Schweſter, daß meine Mutter in frommer Schwärmerei mich dem Kloſter beſtimmte, und noch ſterbend von meinem Vater es ſich mit einem Eide ſchwören ließ, mich dem heiligen Dienſte zu weihen.“
„Und Dein Geliebter?“ fragte die Nonne, u blickte unwillkürlich ſcheu umher, als fürchte ſie, die heiligen Bilder möchten ſich entſetzen vor ſo unheiligen Worten.
„O mein Geliebter!“ ſeufzte Effie,„mein Edward!“
Ihre Augen leuchteten und ihre Wangen über⸗ flog eine tiefere Glut, als ſie fortfuhr:„wiſſe


