—
halb verzweiflungsvollen Blicke an, daß dieſe er⸗ bebte; dann ſagte ſie tonlos:„meine Wünſche ſind geſtorben.“
„Ich aber will nicht ſterben!“ rief Effie heftig. „Ich will, ich muß leben!“.
Plötzlich, wie in heftiger Bewegung, glitt ſie zu Nataliens Füßen nieder und ihre Knie um⸗ klammernd, flehte ſie:„Schweſter Natalie, erbarme Dich mein! Rette mich vor den Kloſtermauern! O ſieh, ich kann keine Nonne werden, denn mein Herz gehört dem Leben, gehört der Liebe. Rette mich um meines Geliebten willen.“
Die Nonne erbebte, und ihre Züge, ſonſt ſo unbeweglich, nahmen einen ſchmerzlichen Ausdruck an, als ſie leiſe ſagte:„armes unglückliches Kind!“
Effie flog empor und ſagte faſt freudig:„Du bedauerſt mich! O, dann willſt Du auch helfen! Dann willſt Du auch Erbarmen üben! Sprich, Natalie, rathe mir, ſage, wie kann ich dieſer mor⸗ genden Feier entgehen, wie kann ich entfliehen?“
Entfliehen“ ſeufzte Natalie.„Die Kloſter⸗ mauern ſind hoch und dick, und die Fran Aebtiſſin kennt kein Erbarmen.“
„Aber ſnde kennt es, und Natalie wird helfen!“ rief das glühende Mädchen, die Nonne umarmend.
„Warum aber, mein Kind,“ fragte Natalie, „ſchwiegſt Du bis jetzt, warum ſprachſt Du nicht


