ſem Sterben jedes neuen Tages überhoben. Ich will ſie nicht wecken.“
Das Mädchen aber regte ſich ſchon, ſie ſchlug die Augen auf, ſie blickte wild umher, dann ſich beſinnend faßte ſie wieder der Nonne Hand und wiederholte:„Rette mich, Natalie, oder die Ver⸗ zweiflung tödtet mich!“
Ein ſeltſamer, faſt ſpöttiſcher Ausdruck durch⸗ flog Nataliens Züge, als ſie antwortete:„Wie leer würden die Klöſter werden, wenn Verzweiflung zu tödten vermöchte.“
„Ja, in die Klöſter hat ſich die Verzweiflung eingeniſtet,“ rief das Mädchen,„und treibt zum Wahnſinn. Natalie, ich will keine Kloſterfrau werden!“
„Und warum nicht?“ fragte die Nonne ruhig.
„Weil ich nicht ſterben will, während das Le⸗ ben in mir glüht, weil ich noch Wünſche habe und Hoffnungen, weil mein Herz noch klopft und meine Sinne noch glühen!“ rief Effie leiden⸗ ſchaftlich.
Die Nonne blickte ſinnend vor ſich hin, dann flüſterte ſie leiſe:„es iſt wahr, man ſtirbt ſehr langſam hinter Kloſtermauern!“
Effie faßte heftig ihre Hand und fragte:„Natalie, haſt Du es nie bereut, daß Du eine Nonns ge⸗ worden?“
Natalie richtete langſam das geſentte Haupt empor und ſah die Fragende mit einem ſo eignen,


