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3 kennen. Die Schonung und Achtung, die Sie, obgleich Sie die Schuld meiner Jugend kennen, mir dennoch beweiſen, giebt mir einen Theil mei⸗ nes Selbſtbewußtſeins wieder, und daß Sie die Sünde meiner Jugend kennen, beſchämt mich nun weniger, als es mich erhebt. Ich danke Ihnen!
Siie haben an mir edel und weiſe gehandelt!
Und ich glaube, dies iſt die wahre Weisheit, ſich der Gefallenen zu erbarmen, aber nicht mit Vor⸗ wurf und Ueberhebung, ſondern mit Milde und Troſt!“
„Sie nennen weiſe,“ ſagte Nordheim,„was nur rein menſchlich iſt. Weil ich in meinem Le⸗ ben des Schmerzes und Unglücks ſo viel erfahren, drängt es mich, wo ich kann, es zu lindern. Dies Beſtreben, zu lindern und zu helfen, iſt der Segen, den das Schickſal dem Unglücklichen giebt, und darum möchte ich es faſt nicht miſſen, das Unglück, das mich Jahre lang verfolgte.“
„Und jetzt?“ fragte Ellinor,„ſind Sie jetzt wieder glücklich?“ 4
„Sofern man es hienieden ſein kann, wenn man weiß und nie vergißt, daß Glück und Freude nur von kurzer Dauer iſt, bin ich glücklich,“ ant⸗
wortete Nordheim. 4
Nachdem er ſodann der Lady verſprochen, bald möglichſt ihr die Antwort Giuſeppo's zu bringen, empfahl ſich Nordheim und kehrte zurück ins Lodging
Haus, wo der Italiener ſeiner harrte.


