Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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und ſo fremden Ohren mitzutheilen, was einem Ehrenmanne unverbrüchliches Schweigen gebieten ſollte. Ich kenne Ihre Leiden, und darum darf ich auch wahr und rückhaltlos ſein.

Ellinor brach in heftiges Weinen aus, ihre Thränen überflutheten ihr Geſicht, das im Erröthen der Scham erglühte, und ſie fand nicht die Kraft zu ſprechen, ſondern ſchluchzte laut.

Zürnen Sie mir? Mißdeuten Sie meine Auf⸗ richtigkeit? fragte Nordheim ſanft.

Nein, nein! ſchluchzte Ellinor.

Oder fürchten Sie, Ihr Geheimniß ſei bei mir gefährdet?

O neinl! ich fürchte nichts mehr! rief Ellinor, ſich gewaltſam zuſammenfaſſend,wer ſo viel ge⸗ litten an innern Qualen, wie ich, der fürchtet nichts mehr. Laſſen Sie mich aber weinen, meine Seele möchte ich ausſtrömen in Thränen, es ſind die erſten Freudenthränen ſeit vielen Jahren.

Und plötzlich, wie in übermächtiger Bewegung, ſank Ellinor nieder auf ihre Knie und rief, die Hände gen Himmel erhebend:Gott, mein Gott, ich danke Dir! Du haſt mir Hülfe und Beiſtand geſandt! Mein Flehen iſt nicht umſonſt geweſen, Du haſt die Verzweiflung meiner Seele begriffen, und ſendeſt Linderung. O Du, Du, Dank ſei . Dir und Preis

Ihre Stimme ward ſchwächer, ihr Athem ſtockte, ohnmächtig ſank ſie zurück.

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