weich, und oft, wenn er im Garten auf ſeinem
„Hat er denn Gram?“ fragte Nordheim, und ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort,
„dann ſcheint es in der Luft Altenglands zu lie⸗ 1
gen, dem Fremden Gram und Sorhzen zu geben; denn ſeltſam, keiner der Bewohner Ihres lobens⸗ werthen Hauſes ſcheint zur Freude geſtimmt, ich
müßte denn mich ſelber ausnehmen.“
„Sie, Herr Nordheim?“ fragte die Wirthin ungläubig, und fuhr dann fort:„Es iſt wahr, es geht ernſt und traurig zu unter meinen jetzigen Gäſten, und zuweilen wird mir ganz bange, wenn, während ſie Alle an der Mittagstafel ſitzen und eſſen, auch Keiner eine Silbe ſpricht, oder dem Andern ein freundliches Wort ſagt.“
„Vielleicht beruht eben in dieſem Schweigen unſere freundliche Geſinnung gegen einander,“ antwortete Nordheim,„und bezeugen wir uns da⸗ durch unſere gegenſeitige Achtung, daß wir unſer Stummſein ehren. Ich verſichere Sie, Frau Wirthin, daß ſolch äußerliches Verſtummen ge⸗ wöhnlich innerlich ſeine ſehr beredten Wider⸗ ſacher hatl“
„Mag ſein!“ ſagte die Wirthin.„Aber dieſer liebe Macdeam jammert mich immer, wenn er ſo ſtumm ſitzt, während mich oft das Schweigen der Andern faſt ärgert. Er iſt ſo. ſanft, ſo
geliebten Inſtrumente, das er ſo ſorgſam delt, als wenn es ſeine Geliebte ſelber we


