Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

neue Töne abermals die Aufmerkſamkeit der Gäſte

u aauf ſich zogen. Zwiſchen den Schüſſen, und gleichſam dieſe

begleitend, ließ ſich plötzlich das ſanfte Klingen und Tönen eines Waldhorns vernehmen, und die ſchmel⸗ zenden Klänge, die in rührender einfacher Melo⸗ die dahinzogen, hallten wunderbar ſchmerzlich und ergreifend neben dem erſchütternden Geräuſch der Schüſſe, etwa wie die leiſe geſchluchzte Abſchieds⸗ klage des Mädchens, deſſen Geliebter ſoeben ſein Leben in donnernder Schlacht wagt.

Die Wirthin konnte ein Lächeln nicht unter⸗ drücken, und leiſe zu dem Dritten der Gäſte tre⸗ tend, flüſterte ſie:Hören Sie, Herr Nordheim, der gute Herr Macdeam fehlt auch nicht!

Der Angeredete nickte leicht mit dem Kopf, und ſagte halblaut:Die ſtets ſich erneuernde Melodie unſerer Morgenſtunden! Eine Melddie, die viel Weisheit und viel Thorheit in ſich ſchließt! Die Weisheit, daß der Kampf nie ohne Klage und Schmerz, und die Thorheit, daß man eben klagt beim Kampfe! Das iſt die Melodie dieſer Piſtolenſchüſſe und Hörnerklänge.

Die Wirthin ſagte, dieſe Sentenz übergehend,

mitleidsvoll:Der gute Macdeam! Ich verſichere Sie, Herr Nordheim, ich kann mich oft der Thrä⸗ neu nicht erwehren, wenn ich ſein ſtilles, kummer⸗

lenen Züge betrachte.

volles Weſen ſehe, und ſeine von Gram eingefal⸗