290
briken anlegen, da wollen wir wirken und ſchaffen, und arbeiten. Denn ich fühle es wohl, theuerſte Mutter,
Du hatteſt Recht, die Arbeit iſt ein Segen des Him⸗
mels, ſie iſt das Gebet, das uns vor der Sünde be⸗
wahrt, wer recht arbeitet, der hat keine Zeit zur Sünde,
und deſſen Thaten ſegnet Gott. Und ſind wir denn
jetzt reich, mein Geliebter, ſo laß uns unſern Reichthum anwenden zum Nutzen Anderer, zur Hülfe der Armuth. Laß uns die Armen in unſere Fabriken rufen, und ih⸗ nen helfen, indem wir ihnen Arbeit geben. Ach Ralph, wenn ſich dann viel fleißige Hände um uns regen, wenn wir den Armen Arbeit, den Hungernden Speiſe geben, wenn wir inmitten unſerer Arbeiter ſelber wirkend und ſchaffend einher gehen, dann will ich wieder mit Stolz und Freude ſagen, daß ich eine reiche Frau bin! Reich an Liebe und an Glück, reich, weil ich geben kann!— O mein Kind, meine theure Tochter, rief Mutter Anna, Eva mit Freudenthränen an ihr Herz drückend, Gott ſegne Dich für dieſes Wort! Nun kann ich in Frie⸗ den ſterben, denn Du wirſt glücklich ſein!
Nein, Mutter, leben ſollſt Du, und uns begleiten ſagte Ralph; für Dich iſt noch lange nicht Zeit zum Sterben. Denn Du haſt noch vieles zu thun hienieden, und zu wirken! Du mußt mit uns gehen, Mutter, und uns helfen die Armen zu unterſtützen, Du mußt über⸗
all uns nahe ſein mit Rath und That!


