geweſen, und nach wenigen Tagen furchtbarer Qual hatte endlich der Tod ihn erlöſt. Heute ſollte er beer⸗ digt werden, und Eva ging hinauf, die Leiche noch ein⸗ mal zu ſehen. Es war, bei einer von der Polizei an⸗ geſtellten Unterſuchung nichts Verdächtiges, was gegen die Gräfin hätte zeugen können, ermittelt worden. Die Ausſage der Magd, welche geſehen, daß Graͤſin Jelſa jenen Morgen Udo aus dem Vorzimmer geholt, und ihre Worte vernommen, hatte dazu beigetragen, ihre Unſchuld zu beſtätigen, und ſo ward der blödſinnige Udo als der alleinige Urheber einer That angeſehen, die er ſelber mit dem Tode büßen mußte.— Nur Eva war in ihrem Herzen feſt überzeugt, daß die Gräfin ſelber jenes Ver⸗ brechen begangen, und wenn ſie dennoch jetzt der Grä⸗ fin einen Beſuch machen wollte, ſo geſchah dies, weil die harte Strafe der Gräfin Eva's Mitleid wach. rief, und ſie mit ihrer Unthat faſt verſöhnte. Sie fand die Grä⸗ fin neben der Leiche ihres Sohnes ſitzen, in dumpfem, hinbrütendem Schmerz, und erſt als Eva ſie anredete, ſchreckte ſie auf, und blickte Eva an mit dem Ausdruck des finſterſten Haſſes.
Was wollen Sie hier? fragte ſie ſtreng. Was wollen Sie neben der Leiche meines Sohnes? Wollen Sie ſich weiden an meiner Qual, an meinen Schmer⸗ zen? Gehen Sie! Sie ſehen, ich leide nicht, denn ich


