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O mein Gott, mein Gott! rief er mit vollem, freu⸗ digem Ton, und Sophie fragte ihn nicht nach der Ur⸗ ſache dieſes Ausrufs.—
Von nun an begann ihr Verhältniß ſich anders zu geſtalten, ſie waren nicht mehr Geſchwiſter, ſie waren Liebende, die ſich fliehen, um ſich zu ſuchen, ſich meiden, um ſich zu finden, die ſchüchtern einander ausweichen, und ſich doch, wie von ſelbſt immer wieder begegnen und tteffen.— Carl aber wagte noch nicht an ſein Glück zu glauben, und indem er ſich ihm ganz hingab und er⸗ ſchloß, indem er endlich ſeiner Liebe geſtattete, unverhüllt hervor zu treten, ſich in jedem Blick, in jedem Wort zu verrathen, wagte er dennoch nicht das entſcheidende Wort zu ſprechen und ſich ihr zu erkläͤren.
So ſaßen ſie eines Tages, ſchweigend und befan⸗ gen, und doch unendlich glücklich, neben einander, als ſie durch lautes Klopfen an ihrer Thür erſchreckt wur⸗ den. Selten war es, daß ihre Einſamkeit und Stille durch irgend Jemand unterbrochen ward, und es war daher nicht ohne Befangenheit, daß Carl ging die Thüre zu öffnen. Draußen aber ſtand der Commiſſarius des Stadtviertels, der mit ſeltener Höflichkeit fragte, ob Fräu⸗ lein Sophie Blitz noch hier wohne, und auf Carl's Be
jahung in das Zimmer trat.
Mein Fräulein, ſagte er ſich tief vor ihr verneigend,
ich habe die Ehre, Ihnen anzuzeigen, daß Ihr Herr
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