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gehen ſah, ſo fühlte ſie in ihrem Buſen ein unnennbares Weh, und alles ſchrie und klagte in ihr: ich habe ihn getödtet! Für mich ſiecht er dahin in ungeheurem Gram!— Nun empfand ſie alle Qualen der Reue, alle Angſt eines ſchuldigen Gemüthes, und alles, was bis dahin Werth für ſie gehabt, alle äußern Dinge der Welt, aller Glanz und alle Pracht ließ ſie kalt, und widerte ſie zuletzt an. Sie ſah nur und dachte nur die eingefallenen Wangen ihres Gatten, ſchaute nur angſt⸗ voll in ſeine trühen, hohlen Augen, und jeder bange Seufzer, der ſeine Bruſt hob, machte ſie erbeben, und drängte Thränen in ihre Augen. Sie ſuchte ſeine ir⸗ ren, ſchweifenden Blicke, und fühlte tiefen Kummer, wenn ſie ſich geſtehen mußte, daß dieſe Blicke nicht mehr die ihren ſuchten, daß er nichts mehr empfand in ihrer Nähe, weder Freude noch Zorn, weder Haß noch Liebe; er war nur gleichgültig und zerſtreut, und ſeine Gedanken muß⸗ ten fern von ihr ſein. Er liebte ſie nicht mehr, und nun brannte ſie von ihm geliebt zu werden, von ſeinen erbleichenden Lippen das Wort der Vergebung und der Liebe wieder zu vernehmen. So heftig war dies Ver⸗ langen, dies Sehnen in ihr, daß darüber Victor's Bild in ihrem Herzen verbleichte, und ſie ſogar in ſeiner Ge⸗ genwart oft zerſtreut war, und kaum hörte, was er ſprach, kaum Sinn hatte für ſeine Naͤhe. Sie dachte nur an ihren Gatten, ſie dachte nur, daß der Gram um ſie,


