Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247

Ja, ſo ſoll es ſein, riefen jubelnd und lachend die Herren.. Da, hier iſt ein Stuhl, hier Feder und Papier. Hier liegt die Knute vor Ihnen, damit Sie ſich an ih⸗ rem Anblick begeiſtern können. Jetzt ſchreiben Sie!⸗ Bonaventura, begierig nach dieſem letzten Rettungs⸗ anker greifend, ſetzte ſich und ſchrieb nach kurzem Beden⸗

ken: O Du erhab'nes Symbol, ſei gegrüßt mir, Scepter der Knechtſchaft, Sieh, mein Buckel der juckt, ſehnend in Liebe nach Dir. Weisheit ruhet in Dir und Ordnung gebietende Stärke, Wohl drum dem glücklichen Volk, das ſich in Demuth Dir neigt. Das mit ergebenem Sinn die geflochtenen Stränge Dir küſſet Preiſend Dich, mächtige Knut', beugend im Staube das 3 Haupt. Weisheit ruhet in Dir,— Du lehrſt ſie verachten, die Güter, Die dem menſchlichen Sinn ſonſten erhaben gedäucht. Wo Du als Scepter Dich hebſt, da ſchweigen die vorlau⸗ ten Wünſche Und der thörichte Wahn, der von der Freiheit geträumt. Da erhebt man das Haupt nicht mehr in muthigem Stolze Und verlanget nicht mehr kindiſch nach Recht und Geſetz; Du allein biſt da das Geſetz, das Recht und die Würde Demuthsvoll beugt man das Knie als Dein Selav' oder Knecht. Nichts begehrt man hinfort als von Dir die heilſamen Prügel In dem geſtriemeten Leib ſchauend das ſüßeſte Glück. Solch' ein Volk nur allein, ſolch' Volk allein iſt beglücket; Drum auch preiſ' ich Dich ſo, heiliges Knutengebild!