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leben zu müſſen. Ein edles, für die Freiheit glühen⸗ des Frauenherz erbarmte ſich ſein und gewährte dem angeblich Verbannten Schutz und Beiſtand. Indeß war der vornehme Herr arm, ſehr arm, und hatte viele Schulden. Was meinen Sie wohl, welch ein Mittel er ergriff, um ſich dieſen Aengſten zu entreißen? Können Sie es errathen, durchlauchtigſter Fürſt von Otters⸗ heim? 5 Nein, in der That nicht! ſagte Bonaventura ver⸗ wirrt.
Ich will es Ihnen ſagen, fuhr der Fürſt fort, ihm einen durchbohrenden Blick zuwerfend. Er kam, wie ein Wahnſtnniger, mit fliegenden Haaren, mit künſtlicher Bläſſe auf ſeinen Wangen, zu ſeiner großmüthigen Be⸗ ſchützerin und erzählte ihr ein Mährchen von Verfol⸗ gungen und Nachſtellungen der Polizei, denen er ſo eben entronnen, und flehte ſie an um ihren Beiſtand, ihren Schutz. Die edle Dame indeß hatte den Betrüger ſchon durchſchaut, und beſchloſſen, ihn zu ſtrafen; ſie gab ſich aber den Anſchein, ſeinen Worten zu glauben, um ihn ſicher zu machen.
Hier blickte Bonaventura fragend zu der Fürſtin hin; ſie begegnete ſeinen Augen mit einem boshaften, kal⸗
ten Blick, und Bonaventura ſchreckte, wie von furchtba⸗
rer Gewißheit überwältigt, zuſammen.
Sie nahm ihn auf in ihr Haus, und verbarg ihn. 16*


