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Eine tiefe Stille trat ein, als Sylvius geendet. Dann ſagte Weinherr mit verächtlichem Lächeln: das iſt allerdings eine Art von Poeſie, wie wir nicht erwarten konnten, ſie hier in unſerer Verſammlung zu hören, und die wir auch wünſchen müſſen aus derſelben verbannt zu ſehen.
Es war überdies auch meine Abſicht, mit dieſem Gedicht Ihren Verſammlungen Lebewohl zu ſagen, er⸗ widerte Sylvius ruhig, und wenn ich grade dies Gedicht dazu wählte, ſo geſchah es, um Sie nicht zu täuſchen über meinen Geſinnungen, ſondern Ihnen offen und frei dieſelben zu zeigen.
Sie ſind alſo legitim geworden? fragte Weinherr mit boshaftem Lächeln.
Gewiß nicht, rief Sylvius feurig. Nein, ich be⸗ kenne es frei, ich werde niemals meine Geſinnungen än⸗ dern, und was ich als Jüngling erkannt, wofür ich ge⸗ ſchwärmt und gelitten, das ſoll als Mann mir heilig ſein und dem will ich mein Leben weihen! Die Frei⸗ heit des Wortes und des Gedankens, eine geregelte und nicht der Willkühr eines Einzelnen anheim gegebene Ver⸗ faſſung, Befreiung vom Cenſurzwange, und Anerkennung des Mannes, als des freien, Gott gleichen, er ſei, weß Standes er ſei, das iſt es, was den Inhalt meiner Träume, meiner Gedanken, meines Wollens macht, und das iſt es, wozu ich die edelſten Männer Deutſchlands mit mir


