Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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Artikel in der Zeitung gleicht. Ueberhaupt iſt es auf⸗ fallend, wie ſehr man, von Ihnen mein theurer Herr von Ottersheim, kann natürlich nicht die Rede ſein, aber auffallend iſt es, wie ſehr man meine Zeitungsartikel ausbeutet, und ſie zu Gedichten verarbeitet.

Aber Gedichte ſind gut und nützlich, ſagte Rauten⸗ weg, ſie prägen ſich dem Gedächtniſſe tiefer ein, ſie gehen mehr über in das Blut des Volkes, und miſchen ſich mit ſeinen Gedanken und Anſchauungen. Wollte Gott, wir hätten noch mehrere Sänger unter uns!

Inn dieſem Augenblicke erhob fich Sylvius, und ſagte: ich habe ein Sonett gemacht, das ich der Ver⸗ ſammlung vorzutragen wünſche. Er zog ein Papier hervor und las:

Recept für junge Lyriker. Ein Märtyrer für Freiheit willſt Du ſein? Wohlan, ſo höre mein Recept dazu!

Nicht Thaten braucht's, bleib⸗ heim in guter Ruh, Und ſchmiede Verſ' in Deinem Kämmerlein. Sonette, Madrigal, und miſch' darein

Ein Quentchen Freiheit, Gleichheit; ferner thu

Verachtung dran vor Fürſten, und dazu Conſtitution und Völkerlitanein.

Bewein' Hannover, ſchimpf' die Pietiſten, Dein Buch verbietet dann die Polizei* Und Deutſchland jubelt ſeinem neuen Horte. Man ſchickt Dir Lorbeerkränze ganze Kiſten, Auf daß Dein Lockenhaupt geſchmücket ſei Und hochberühmt biſt Du an jedem Orte. 4**†