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Es wäre wohl zartſinniger von Dir geweſen, er⸗ widerte er gereizt, wenn Du Niemand auf der Welt in dies traurige Geheimniß unſerer Oeconomie eingeweiht hätteſt, ſondern dieſe Beſorgungen lieber ſelbſt gemacht hätteſt. Indeſſen mag es nun ſo bleiben. Ich habe nichts dagegen, und freue mich, daß Du Dir auf dieſe Art einige Zerſtreuung und Freude bereiten kannſt. Mir iſt leider, fuhr er mit melancholiſchem Ton fort, auch dieſer letzte Troſt verſagt. Unthätig und müßig verbringe ich in dieſer öden Abgeſchiedenheit meine Tage, und bald wird Niemand in der Welt mehr des Dichters Bo⸗ naventura von Ottersheim gedenken.
Er ſeufzte tief, und ſein Antlitz trug den Ausdruck des bitterſten, tiefſten Kummers. Sofort war Sophie an ſeiner Seite, und ſich innig an ihn ſchmiegend, ſuchte ſie ihn mit holden Worten zu tröſten und zu beruhigen. Aber Bonaventura gehörte zu Denen, die durch Troſtes⸗ gründe immer nur zu neuen Klagen angefeuert werden, und denen unter dem Zuſpruch des Mitleids ſich das Leid immer mit neuer Gewalt anfacht. So ſprach er ſich unter Sophieens Troſtesworten in immer größeres Clend hinein, und fühlte ſich zuletzt ein wahrer Marty⸗ rer der Liebe und Freiheit. Das Märtyrerthum aber begeiſterte ihn, und er ſetzte ſich eiligſt hin, um das Ge⸗ dicht nieder zu ſchreiben, welches durch dieſe innere Be⸗ geiſterung in ihm hervor gerufen worden, und das, als


