Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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ohne von dieſem bemerkt zu werden, folgte ihm vorſich⸗ tig nach, und ſah ihn in ſeine Wohnung gehen. Er wartete ſtundenlang, und als Bonaventura das Haus, in welches er gegangen, noch immer nicht wieder verließ, war Carl überzeugt, daß er hier wohne, und daß er dieſe abgelegene Straße nur gewählt, um in derſelben unbemerkt mit Sophieen zu ſein. In der Frühe des andern Morgens ſchon war Carl wieder in der be⸗ ſcheidenen Reſtauration, dem Hauſe gegenüber, in wel⸗ chem Bonaventura wohnte. Hier harrte er ſtundenlang, bis er endlich Bonaventura ausgehen ſah. Kaum war dieſer um die nächſte Straßenecke gegangen, ſo eilte Carl hinüber. Aber als er nun an der Thür ſtand des Zim⸗ mers, in welchem, wie man ihm geſagt hatte, ein jun⸗ ger Herr mit ſeiner ſogenannten Schweſter wohne, da ſank ihm der Muth und angſtvoll fragte er ſich ſelber: aber wird ſie mir nicht zürnen, wenn ich komme, ſie in dieſem Verſteck aufzuſuchen? Und was will ich denn eigentlich? Was kann ich ihr ſagen, um mein Kom⸗ men zu entſchuldigen?— Aber wie er zagend und be⸗ klommen da ſtand, drang leiſer Klageton und unterdrück⸗ tes Schluchzen an ſein Ohr.— O, ſagte er, wie er⸗ leichtert, ſie weint! Dann darf ich zu ihr gehen, denn die Traurigen ſind nicht ſtolz und ſtreng!—

Leiſe öffnete er die Thür, und als Sophie ihn er⸗ kannte, trocknete ſie ſchnell ihre Augen, und trat ihm