38
Sophie erzählte ihm ganz froh, daß nicht weit von hier eine große Weißwaaren⸗Handlung ſei, die viele Nähterinnen beſchäftige. Dahin wollte ſie gehen und ſich als Arbeiterin melden.
Du ſelbſt willſt dahin gehen, rief er angſtvoll, nein, nimmer mehr darf dies geſchehen, und ich verbiete Dir hiermit auf das ſtrengſte, jemals ohne mich und ohne meine Einwilligung Dein Zimmer zu verlaſſen.
Du weißt ja auch, daß ich dies nie thue, mein Freund. Aber dieſer Weg iſt ja ganz nahe. In fünf Minuten—
Es darf, es ſoll nicht ſein, unterbrach ſie Bonaven⸗ tura wüthend, ich verbiete es Dir, jemals wieder davon zu reden. Ich will endlich Ruhe haben. Dieſe Geld⸗ angelegenheiten tödten mich, ſie bringen mich um! O mein Kopf, mein armer Kopf! O Sophie, wie kannſt Du mir ſo viele Qualen bereiten. Welche Schmerzen muß ich leiden um Dich!
O mein Gott, rief ſie mit überſtrömenden Augen ſich vor ihm nieder werfend, und ihr Haupt an ſeinen Knieen verbergend, o mein Gott, wie elend bin ich, daß Du durch mich leiden mußt! O Bonaventura, warum mußteſt Du mich lieben!


