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mit ſeiner Liebenswürdigkeit, hier, wo ihn Niemand ſah und bewunderte, Niemand auffaßte und malte, wo die ſchönſten Stellungen ſeiner Tugenden doch nur von zwei Augen geſehen wurden? Hier bedurfte es keines Zwan⸗ ges, keiner Anſtrengung, hier ließ er ſich gehen mit all' ſeinen Launen, ſeinen Angewöhnungen, hier war er na⸗ türlich und ungezwungen, ganz Er ſelbſt, und Sophie war die geduldige und nimmer klagende Trägerin ſeiner Launen. Ein Weib, das liebt, erträgt es, von ihrem Geliebten geknechtet und erniedrigt zu werden, voraus⸗ geſetzt nur, daß er ſie liebt. Und Sophie glaubte ſich noch geliebt.
Aber noch eine andere Sorge ſollte Sophieens Glück ſtören, die härteſte und bitterſte aller Sorgen, die Sorge um das tägliche Brod. Sie hatten bis jetzt von dem gelebt, was ſie aus dem Verkauf von Sophieens Schmuck⸗ ſachen erſtanden hatten, aber mit Schrecken ſah Sophie ihre kleine Baarſchaft zuſammen ſchmelzen, ohne die Aus⸗ ſicht, ſie wieder zu erſetzen. Gern hätte ſie durch ihrer Hände Arbeit etwas zu erwerben getrachtet, aber nach der rauhen Art, mit welcher Bonaventura dieſen Vor⸗ ſchlag zurückgewieſen, wagte ſie nicht wieder darauf zu⸗ rück zu kommen, und ſah ſo die letzte Möglichkeit, etwas zu erwerben, ſich abgeſchnitten. Während Sophie ſich aber ſo ängſtigte und quälte, ſchien Bonaventura gar nicht
an die Möglichkeit einer ſolchen pecuniairen Verlegenheit Eva. II. Theil. 3


